Werkzeuge und Ablauf · 26. September 2026
Schadensmeldung per Sprache: Was im Übergabepaket liegen muss
Ein Mieter ruft an, im Keller steht Wasser. Die Pumpe sei ausgefallen, Fotos schicke er später, das Protokoll des Hausmeisters habe er auch. Die Kollegin, die den Vorgang am nächsten Morgen übernimmt, muss erkennen können, was tatsächlich vorliegt und was nur angekündigt wurde.
Ein brauchbares Übergabepaket trennt erfasste Belege, zugesagte Unterlagen, offene Angaben und die Stelle, an der ein Mensch entscheidet.
Was das Beispielprojekt macht
In Shubham Saboos Sammlung awesome-llm-apps liegt ein Beispiel für genau diesen Moment, gebaut für Versicherungsschäden. Der Agent führt das Gespräch per Sprache oder Text, kann über die Kamera den Schaden sehen und hält die Angaben in einem Notizbuch fest. Er gleicht die Police mit einem Musterbestand ab und fragt nach, was fehlt. Im Hintergrund wenden weitere Agenten die Aufnahmeregeln an und packen ein ZIP zur menschlichen Prüfung: Notizen, ein Verzeichnis der Belege, aufgenommene Fotos und Skizzen. Das Gespräch führt Gemini 3.8 Live; Gemini 3.8 Flash zieht die Fakten heraus und prüft die Fotos. Die Sammlung steht unter Apache 2.0. Am 2026-09-26 kam ein optionaler Avatar hinzu, den Aufnahmeablauf gab es schon vorher.
Die Regeln, die sich übertragen lassen
Unterlagen, die der Anrufer als vorhanden beschreibt, gelten laut Dokumentation erst als eingegangen, wenn der Server sie erfasst hat. Erzeugte Skizzen sind Illustrationen und ersetzen kein Foto des Schadens; das Avatarvideo zählt nie als Beleg. Bei einem unklaren Kamerabild bittet der Agent um eine bessere Ansicht. Unbekannte, abgelaufene oder widersprüchliche Policen gehen an einen Menschen. Diese Regeln kann eine Hausverwaltung auf Papier übernehmen, bevor sie über irgendein Werkzeug entscheidet. Am Morgen sieht die zuständige Person dann getrennt, was belegt ist, was zugesagt wurde, was fehlt und wo ihre eigene Entscheidung beginnt.
Wo die Demo endet
Die sechs Policen sind erfunden, eine Verbindung zu einem Versicherer gibt es nicht. Die Daten liegen nur im Arbeitsspeicher und sind nach einem Neustart weg. Nötig ist ein Google API Schlüssel, für den Avatar zusätzlich ein Google Cloud Zugang. Die mitgelieferten Tests simulieren Modellaufrufe und Geräte; Mikrofon und Kamera müssen laut Dokumentation gesondert geprüft werden. Wir haben Dokumentation und Repository gelesen und die Anwendung nicht ausgeführt. Wo Aufnahme und Umschrift verarbeitet werden und wie lange sie liegen, klärt das Beispiel für einen deutschen Betrieb nicht.
Ein Versuch auf Papier
Ich würde mit einer erfundenen Wasserschadensmeldung beginnen, in der Wohnungsnummer und Schadenszeitpunkt fehlen und ein Foto nur angekündigt ist. Daneben schreibt das Team auf, was im Paket stehen muss: die Angaben aus dem Gespräch, die offenen Punkte, die zugesagte Unterlage und den Namen dessen, der über den Handwerkerauftrag entscheidet. Erst mit dieser Liste lohnt der Test eines Werkzeugs. Im Paket der Demo bliebe das angekündigte Foto so lange offen, bis die Kamera es tatsächlich aufgenommen hat.
Quellen und Stand
Originalquellen zuletzt geprüft: 2026-09-26.
Mathias Heinke